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16. Mai 2024

Obstannahmestelle für Tafelobst im Dorf

Handelsplattform Streuobst –
wir sind dabei!

Mit Freude können wir verkünden, dass ab diesem Sommer eine von vier Annahmestellen in der Region für Tafeläpfel lokaler Streuobstwiesen hier bei uns im Dorf gestartet wird.
 

Im Rahmen unseres Projekts „Lebensraum Streuobstwiesen“ wurden wir vom Verein „Schwäbisches Streuobstparadies“ angefragt, ob die Möglichkeit einer solchen Annahmestelle in Bünzwangen bestände. Die Streuobstwiesen bei uns liefern mit hunderten verschiedenen Apfel- und Birnensorten eine außergewöhnliche geschmackliche Vielfalt. Mit der Handelsplattform Streuobst soll diese Vielfalt direkt von der Wiese in die Supermärkte und Kantinen der Region gebracht werden.

Im Moment sucht das Schwäbische Streuobstparadies weitere Bewirtschafter*innen, die Äpfel und Birnen in guter Qualität liefern können. In der Saison von Mitte August bis in den November können Verbraucher*innen dann die Sortenvielfalt von frischem Streuobst aus der Region genießen und damit gleichzeitig etwas für die Zukunft der Streuobstwiesen tun. „Eine faire Entlohnung der Arbeit auf den Streuobstwiesen ist wichtig für den Erhalt dieser einmaligen Natur- und Kulturlandschaft“, betont Maria Schropp, Geschäftsführerin beim Schwäbischen Streuobstparadies in Bad Urach. Bewirtschafter*innen erhalten für das handgepflückte Tafelobst mit 1,00 bis 1,20 Euro pro Kilogramm (für u.a. DgB Mitglieder) einen wesentlich höheren Preis als für Mostobst. „So können sie ihre besten Früchte gezielt vermarkten und die Motivation für die Pflege der Wiesen steigt“, sagt Schropp. Ansonsten landen die Früchte meist in der Mosterei, wo sie zwar zu leckerem Saft, Most oder Cidre verarbeitet werden, aber eben nicht als Tafelobst zur Verfügung stehen.

Auf der neu eingerichteten Webseite www.handelsplattform-streuobst.de findet Ihr alle relevanten Informationen, wie eine Liste mit den gesuchten 45 Sorten, Qualitätskriterien und Lieferbedingungen.  Obsterzeuger*innen, die mitmachen wollen, können sich dort schon registrieren und im nächsten Schritt eine Liefermengenschätzung abgeben. Letzter Termin für die Liefermengenschätzung ist der 1. Juli 2024.
 
Das Tafelobst kann dann von Mitte August bis Mitte November einmal in der Woche in Bünzwangen abgegeben werden.
 
Übrigens, über unser Projekt „Lebensraum Streuobstwiesen“ bieten wir nicht nur ein buntes Programm rund um diese schöne und artenreiche Landschaft hier in Bünzwangen an, sondern auch eine Vielzahl unterschiedlicher teils auch lokaler Baumsorten für eure Wiesen rund ums Dorf. Über unsere Homepage könnt ihr Bäume kostenlos für den Herbst bestellen! (Solange die Mittel reichen)
 
 

Hintergrund:

Im Herzen Baden-Württembergs liegt die größte zusammenhängende Streuobstlandschaft Europas. Rund 1,5 Millionen Obstbäume bieten zu jeder Jahreszeit einen Augenschmaus, sind Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen, Erholungsgebiete für uns Menschen und Ursprung köstlicher Qualitätsprodukte und seltener Obstsorten. Es ist eine Landschaft der Superlative – das Schwäbische Streuobstparadies. Seit 2012 setzt sich der Verein Schwäbisches Streuobstparadies e.V. mit seinen über 300 Mitgliedern für den Erhalt der landschaftsprägenden Streuobstwiesen ein. Sechs Landkreise (Böblingen, Esslingen, Göppingen, Reutlingen, Tübingen, Zollernalb), zahlreiche Kommunen, Betriebe, Bildungseinrichtungen, Vereine und Privatpersonen bündeln hier das Engagement für die wohl prägendste Kulturlandschaft im „Ländle“.

Das Schwäbische Streuobstparadies geht 2024 ins vierte Verkaufsjahr. Seit 2020 wurden in rund 25 verschiedenen Edeka- und Rewe-Märkten über 30 Tonnen Äpfel und Birnen vermarktet. In Zukunft will man die Zahl der Märkte und die gelieferte Obstmenge weiter steigern, und so noch mehr Menschen für das leckere Tafelobst und damit auch für die Pflege und Bewirtschaftung von Streuobstwiesen begeistern. Zudem soll das Angebot auf Betriebsrestaurants und Mensen ausgeweitet werden

Streuobst – Landschaft der Vielfalt:

Die Streuobstwiesen in Baden-Württemberg gehören zu den schönsten und artenreichsten Landschaften Europas. Tausende verschiedene Apfelsorten sowie Hunderte Birnen-, Kirschen- und Pflaumensorten sind seit den Anfängen des Obstbaus in Deutschland entstanden – viele davon finden sich bis heute im Streuobstparadies. Mindestens ebenso beeindruckend wie die Sortenvielfalt, ist die Artenvielfalt der Streuobstwiesen. Vom elegant segelnden Rotmilan über Orchideen bis hin zum schillernden Goldlaufkäfer: Tausende Tier- und Pflanzenarten leben in den Streuobstwiesen, mit ihrer abwechslungsreichen Struktur aus großen Bäumen und artenreichen Mähwiesen. Dazu gehören auch zahlreiche bedrohte Arten wie Gartenrotschwanz, Wendehals, Steinkauz, Fledermäuse, Siebenschläfer, Wildbienen, Hornissen, Heuschrecken sowie diverse Pilze, Moose, Flechten und Blütenpflanzen. Der Streuobstanbau mit seiner Biodiversität und kulturellen Vielfalt ist seit 2021 als immaterielles Kulturerbe Deutschlands von der UNESCO anerkannt.

 
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