Unser Dorf Bünzwangen
Aus der Geschichte
Bünzwangen ist älter, als der heutige Ortskern vermuten lässt. 1353 taucht das Dorf zum ersten Mal in einer Urkunde auf – damals unter dem Namen „Binswangen“. Der Name wird gedeutet als Zusammensetzung aus Binse und wang, einem alten Wort für Landstück: das Landstück am Binsengrund.
Burg, Herren und Herrschaftswechsel
Zu Bünzwangen gehörte einst eine Burg. Sie kam vermutlich 1334 gemeinsam mit der Grafschaft Aichelberg an Württemberg, das Burg und Dorf 1360 als Lehen an die Herren von Altensteig vergab. Danach wechselte der Besitz mehrfach: 1405 gelangte er im Erbweg an die von Wernau, 1526 durch Verkauf an die Reuß von Filseck und 1560 an Balthasar Moser von Filseck. 1568 fiel Bünzwangen endgültig an Württemberg zurück – die Burg war zu diesem Zeitpunkt bereits abgegangen. Von da an gehörte das Dorf zum Amt Göppingen.
Kirchlicher Weg
Eine Kapelle wird 1481 erstmals erwähnt, geweiht dem heiligen Leonhard. Der Kirchturm der heutigen St. Leonhardskirche stammt noch aus dieser Zeit – er ist damit das älteste Bauwerk im Dorf. Das Kirchenschiff wurde erst rund 300 Jahre später neu errichtet, als chorloses Rechteckschiff.
Kirchlich gehörte Bünzwangen lange nach Schlierbach, ab 1748 nach Albershausen und erst seit 1971 nach Ebersbach an der Fils. Seit 2013 bilden Bünzwangen und Sulpach eine gemeinsame evangelische Kirchengemeinde mit einer Pfarrstelle. Die katholische Kirche St. Peter und Paul wurde 1968 gebaut.
Vom eigenständigen Dorf zum Stadtteil
Am 1. Januar 1975 wurde Bünzwangen gemeinsam mit dem Teilort Weiler nach Ebersbach an der Fils eingemeindet. Heute leben rund 2.030 Menschen hier (Stand 7. Juli 2025). Die Gemarkung wird im Norden von der Fils und der B 10 begrenzt, im Westen liegt Sulpach, im Osten Albershausen; nach Süden schließen ausgedehnte Waldflächen an.
Wie das Dorf gewachsen ist
Bünzwangen ist als Straßendorf entlang der heutigen Ortsstraße entstanden. Der historische Ortskern wuchs zunächst nach Norden und Süden – davon zeugen bis heute die Hofstrukturen früherer und noch bestehender landwirtschaftlicher Betriebe und einzelne Fachwerkhäuser. Ortsbildprägend sind das Historische Rathaus, die Leonhardskirche und die denkmalgeschützten Gebäude an der Ortsstraße 23 und 27.
Im vergangenen Jahrhundert wuchs der Ort vor allem nach Westen, in die Gebiete nördlich und südlich der Ebersbacher Straße, die im Dorf schlicht „Siedlung“ heißen. Besonders stark war diese Entwicklung in den knapp 30 Jahren vor 1984. Dort steht überwiegend freistehende Einzelhausbebauung, ergänzt um Doppel- und Reihenhäuser.
Von der Landwirtschaft, die Bünzwangen einst prägte, ist wenig geblieben: Wo es vor einigen Jahrzehnten noch rund 30 Bauern gab, sind es heute ein größerer Aussiedlerhof mit Milchkühen südlich des Orts, zwei kleinere Höfe am Ortsrand und ein Geflügelhof kurz hinter dem östlichen Ortsausgang (Stand 2019).
Das Historische Rathaus
Das Gebäude in der Ortsstraße 49 wurde 1806 gar nicht als Rathaus gebaut, sondern als Schulhaus – mit Lehrerdienstwohnung und Landwirtschaft unter einem Dach. Erst ab 1846 waren die unteren Räume der Verwaltung vorbehalten. Heute ist es ein zweigeschossiger, verputzter Bau mit Satteldach mitten im historischen Ortskern.
Die Dorfgemeinschaft Bünzwangen e. V. arbeitet daran, aus dem Haus wieder einen Ort für alle zu machen – das DorfZentrum.
Feste im Jahreslauf
Der neugestaltete Dorfplatz in der Ortsmitte ist der Treffpunkt des Orts. Dort steht die Boule-Bahn, auf der sich vor allem im Sommer regelmäßig Menschen aus Bünzwangen und Umgebung treffen; das Bouleturnier kurz vor den Sommerferien hat sich zu einem Dorffest entwickelt. Ebenfalls in der Dorfmitte stellt die Feuerwehrabteilung Bünzwangen jedes Jahr den Maibaum auf. Und jedes Jahr am 1. Advent findet rund um das evangelische Gemeindehaus der Bünzwanger Weihnachtsmarkt statt – das Brot und die Backhausbowle dafür kommen aus dem Backhaus.
Das Backhäusle beim evangelischen Gemeindehaus wurde 2007 von Ehrenamtlichen restauriert. Seither kümmert sich die Backhausgemeinschaft Bünzwangen e. V. um den Betrieb und gibt das Wissen ums traditionelle Backen im Holzofen weiter.
Was es im Dorf gibt
Bünzwangen hat eine Grundschule und den städtischen Kindergarten Sonnenschein, beide in direkter Nachbarschaft zwischen Gotenstraße und Brunnhalde. Weiterführende Schulen liegen im Schulzentrum Raichberg im Nachbarort Sulpach.
Die Grundversorgung im Ort ist überschaubar, aber vorhanden: ein Bäcker und ein Getränkehändler an der Ebersbacher Straße, ein Metzgerautomat, der Hofladen des Geflügelhofs mit Eierautomat, eine Filiale der Kreissparkasse, ein Friseursalon gegenüber St. Peter und Paul sowie das Gasthaus Hirsch. Einen Arzt oder eine Apotheke gibt es im Ort nicht. Auch ohne Gewerbegebiet sind einige Betriebe hier zu Hause – darunter ein Orgelbauer, eine Fahrrad- und eine Motorradwerkstatt, ein Autohaus und ein Elektrikerbetrieb (Stand 2019).
Für Kinder gibt es drei Spielplätze: in der Hauffstraße im Nordwesten, in der Römerstraße im Norden und im Süden bei der Kleingartensiedlung. Die wichtigste Sportfläche ist das Gelände des Turnvereins im Osten mit Tartanplatz, Flutlicht, Weitsprunganlage und Festwiese.
Welche Vereine und Einrichtungen es in Bünzwangen gibt, steht auf der Seite Vereine & Institutionen im Dorf.
Rund ums Dorf
Bünzwangen ist von Wald und Streuobstwiesen umgeben. Die Gemarkung grenzt im Norden an die Fils und die parallel verlaufende B 10, im Westen an den Ebersbacher Ortsteil Sulpach, im Osten an Albershausen; nach Süden schließen ausgedehnte Waldflächen an. Die Wälder rund um den Ort sind im Regionalplan als Gebiete für Naturschutz und Landschaftspflege ausgewiesen, große Teile der Gemarkung sind Wasserschutzgebiet. Der Hohe-Reute-Weg gehört zu den beliebtesten Spazierwegen.