Die Geschichte Bünzwangens
← Unser Dorf Bünzwangen · Diese Seite erzählt die Ortsgeschichte. Wie das Dorf heute aussieht – Feste, Nahversorgung, Umgebung und die virtuelle Dorftour –, steht auf Das Dorf heute.
Auf dieser Seite
- Aus der Geschichte
- Das Ortswappen
- Burg, Herren und Herrschaftswechsel
- Kirchlicher Weg
- Wie viele Menschen hier lebten
- Vom Bauerndorf zum Weberdorf
- Vom eigenständigen Dorf zum Stadtteil
- Wie das Dorf gewachsen ist
- Was aus dem Ortsbild verschwunden ist
- Vier Schulhäuser in vier Jahrhunderten
- Das Schulhaus an der Gotenstraße
- Das Historische Rathaus
- „Unser Dorf soll schöner werden“
Aus der Geschichte
Bünzwangen ist älter, als der heutige Ortskern vermuten lässt. 1353 taucht das Dorf zum ersten Mal in einer Urkunde auf – damals unter dem Namen „Binswangen“. Der Name wird gedeutet als Zusammensetzung aus Binse und wang, einem alten Wort für Landstück: das Landstück am Binsengrund.
Das Ortswappen
Lange bevor Bünzwangen ein Wappen führen durfte, hatte es ein Fleckenzeichen: eine Pflugschar, passend zu einem Dorf, das vom Ackerbau lebte. Damit wurden markiert, was dem Ort gehörte – die Tontäfelchen, die seit 1560 als „Zeugen“ unter die Grenzsteine gelegt wurden, die Siegel der Schultheißen, die ledernen Feuereimer, die Kornsäcke der Bauern auf dem Weg zur Mühle, und zur Zierde auch die Ofensteine in den Wohnstuben.
Ein Wappen war das noch nicht – dafür brauchte es heraldische Regeln und eine staatliche Genehmigung. Die erste Bitte darum stellte die Gemeinde 1906, der Entwurf wurde abgelehnt. Ein zweiter Anlauf ging 1939 im beginnenden Krieg unter. Erst 1955 nahm Bürgermeister Müller die Sache wieder auf; den Entwurf fertigte der Stuttgarter Heraldiker Knayer. Am 19. Juni 1957 verlieh das Innenministerium Bünzwangen sein Ortswappen.
Es erzählt die Ortsgeschichte in drei Zeichen: Die Schildfarben rot-weiß stehen für die Hausfarben der Grafen von Aichelberg, der Herren von Bünzwangen im 13. Jahrhundert. Das Wappenbild ist die alte Pflugschar. Die dreizackige Krone stammt aus dem Siegel des Schultheißen Johann Georg Falkenstein (im Amt 1726–43), die beiden Sterne aus dem Siegel des Schultheißen Jakob Hummel, überliefert in seinem Testament von 1720.
Burg, Herren und Herrschaftswechsel
Zu Bünzwangen gehörte einst eine Burg – ein kleiner Adelssitz, im Dorf das „Bürglin“ genannt. Die Grafen von Aichelberg, die den Ort im 13. Jahrhundert besaßen, erbauten ihn an den Weilerwiesen. Um 1550 war er bereits abgegangen; der Flurname erinnert bis heute an die Stelle.
Die Herrschaft kam 1334 an Württemberg – Graf Ulrich III. erwarb Bünzwangen für 7500 Pfund Heller, weil er wegen einbrechender Einkünfte Besitz umschichten musste. Von 1360 an gaben die Württemberger das Dorf als Lehen weiter: zunächst an die Herren von Altensteig, 1405 im Erbweg an die von Wernau, 1526 durch Verkauf an die Reuß von Filseck und 1560 an Balthasar Moser, einen Bürger der Stadt Göppingen. 1568 fiel Bünzwangen an Württemberg zurück. Von da an gehörte das Dorf zum Amt Göppingen.
Ganz vorbei war die Lehensgeschichte damit aber noch nicht. 1596 belehnte Herzog Friedrich I. seinen Rat Burkhart von Berlichingen mit Bünzwangen – als Entschädigung für dessen Dienste am kaiserlichen Hof. Berlichingen schröpfte die Bünzwanger, die bis dahin unter keiner Herrenwillkür gelitten hatten, derart, dass ihre Unzufriedenheit den Herzog bewog, den Lehensvertrag wieder aufzuheben. Das Bünzwanger Schultheißenprotokoll vom Januar 1598 hält fest, „daß ihnen nicht wohl ein besseres Neujahr hätten widerfahren mögen“.
Kirchlicher Weg
Eine Kapelle wird 1481 erstmals erwähnt, geweiht dem heiligen Leonhard. Der Kirchturm der heutigen St. Leonhardskirche stammt noch aus dieser Zeit – er ist damit das älteste Bauwerk im Dorf. Das Kirchenschiff wurde erst rund 300 Jahre später neu errichtet, als chorloses Rechteckschiff.
Kirchlich gehörte Bünzwangen lange nach Schlierbach, ab 1748 nach Albershausen und erst seit 1971 nach Ebersbach an der Fils. Seit 2013 bilden Bünzwangen und Sulpach eine gemeinsame evangelische Kirchengemeinde mit einer Pfarrstelle. Die katholische Kirche St. Peter und Paul wurde 1968 gebaut.
Wie viele Menschen hier lebten
Die Dorfstatistik reicht weit zurück, und sie erzählt die Geschichte des Ortes fast von allein. 1568 lebten hier keine 150 Menschen. Dann kam der Dreißigjährige Krieg: 1637 waren es noch acht. Ein halbes Jahrhundert später, 1682, zählte man wieder 20 Selbständige, 1770 fast 200, 1827 dann 357.
Den Höchststand des 19. Jahrhunderts erreichte Bünzwangen 1858 mit 514 Einwohnern – darunter über 80 Schulkinder, die alle zusammen in einer Einklassenschule unterrichtet wurden. Danach wanderten viele ab. 1939 waren es 499, 1945 durch Einheimische und Vertriebene 596 und 1950 bereits 763. 1984 hatte das Dorf 1722 Einwohner, heute sind es rund 2.030.
Vom Bauerndorf zum Weberdorf
Jahrhundertelang veränderte sich Bünzwangen kaum. Als im 18. Jahrhundert die Landwirtschaft die wachsende Bevölkerung nicht mehr ernähren konnte, blieb denen, die nicht auswandern wollten, ein zweites Standbein: Sie wurden Leine- und Barchentweber. Die Webstühle standen in dürftigen Räumen der eigenen Wohnungen. Aus dem Bauerndorf wurde ein Bauern- und Weberdorf.
Mit den Fabrikwebereien des 19. Jahrhunderts wurden aus den Heimwebern Fabrikarbeiter, und wer in anderen Zweigen unterkam, pendelte aus. So wurde Bünzwangen zur Arbeiterwohngemeinde. Wie gründlich sich das auf die Höfe auswirkte, zeigt ein Vergleich: 1939 gab es im Dorf noch 61 landwirtschaftliche Betriebe – 20 Kleinstbauern mit ein bis drei Hektar, 25 Landwirte mit bis zu 7,5 Hektar und 16 Bauern mit mehr. 1984 waren davon sieben übrig.
Vom eigenständigen Dorf zum Stadtteil
Am 1. Januar 1975 wurde Bünzwangen gemeinsam mit dem Teilort Weiler nach Ebersbach an der Fils eingemeindet. Heute leben rund 2.030 Menschen hier (Stand 7. Juli 2025). Die Gemarkung wird im Norden von der Fils und der B 10 begrenzt, im Westen liegt Sulpach, im Osten Albershausen; nach Süden schließen ausgedehnte Waldflächen an.
Wie das Dorf gewachsen ist
Bünzwangen ist als Straßendorf entlang der heutigen Ortsstraße entstanden. Der historische Ortskern wuchs zunächst nach Norden und Süden – davon zeugen bis heute die Hofstrukturen früherer und noch bestehender landwirtschaftlicher Betriebe und einzelne Fachwerkhäuser. Ortsbildprägend sind das Historische Rathaus, die Leonhardskirche und die denkmalgeschützten Gebäude an der Ortsstraße 23 und 27.
Wie klein der Ort noch vor zweihundert Jahren war, zeigt der Lageplan von 1828, die erste amtliche und maßstabgetreue Karte Bünzwangens. Das Ortsetter war damals von einer 970 Meter langen Dorfhecke umzäunt – im Dorf sprach man von „innerm Zaun“ und „außerm Zaun“. In West-Ost-Richtung reichte das Dorf gerade von der heutigen Alemannenstraße bis zur Buchstraße.
Im vergangenen Jahrhundert wuchs der Ort vor allem nach Westen, in die Gebiete nördlich und südlich der Ebersbacher Straße, die im Dorf schlicht „Siedlung“ heißen. Besonders stark war diese Entwicklung in den knapp 30 Jahren vor 1984. Dort steht überwiegend freistehende Einzelhausbebauung, ergänzt um Doppel- und Reihenhäuser.
Von der Landwirtschaft, die Bünzwangen einst prägte, ist wenig geblieben: Wo es vor einigen Jahrzehnten noch rund 30 Bauern gab, sind es heute ein größerer Aussiedlerhof mit Milchkühen südlich des Orts, zwei kleinere Höfe am Ortsrand und ein Geflügelhof kurz hinter dem östlichen Ortsausgang (Stand 2019).
Was aus dem Ortsbild verschwunden ist
Einiges, was das Dorf über Jahrhunderte geprägt hat, steht nicht mehr. Die Zehntscheuer von 1533, fünfzehn mal zehn Meter groß, nahm auf, was die Zehntknechte des Kirchheimer Spitals zum Heiligen Geist im Ort einzogen – Bünzwangen war dem Spital zehntpflichtig. Nach 1850 kam sie in Privatbesitz; 1974 wurde sie für den Straßenneubau abgebrochen.
Das Spritzenhäusle gegenüber dem „Hirsch“ entstand 1869 für die Feuerwehrspritze; im Dachgeschoss war das Gemeinde-Arrestlokal untergebracht. Es fiel 1975 denselben Straßenbauarbeiten zum Opfer, bei denen auch das erste Schulhaus abgerissen wurde.
Von den alten Gasthäusern ist wenig übrig. Der „Adler“, dessen Gaststube der Bauer Johannes Grünenwald 1878 in sein Wohnhaus eingebaut hatte, brannte 1902 bei einem Großfeuer ab; 1903 wurde er als Backsteinbau neu errichtet, 1959 erlosch die Konzession. Der „Löwen“ stand bis 1891 neben dem Rathaus. Geblieben ist der „Hirsch“.
Vier Schulhäuser in vier Jahrhunderten
Dass im Dorf überhaupt unterrichtet wurde, hat mit der Reformation zu tun: Nachdem Herzog Ulrich sie 1534 in Württemberg eingeführt hatte, sollte auch die breitere Bevölkerung lesen lernen – damit die Bibel in Luthers Übersetzung gelesen werden konnte. Im Oberamt Göppingen entstanden die ersten „teutschen Schulen“ 1548 in Uhingen, 1551 in Boll und 1556 in Ebersbach. Kleinere Dörfer blieben oft lange ohne eigene Schule; ihre Kinder hatten den Weg in den Nachbarort.
Bünzwangen taucht in den Schulverzeichnissen von 1581 und 1653 noch nicht auf. Doch in Bünzwanger Akten der Jahre 1631 bis 1634 findet sich ein Schulmeister namens Urban Werner – offenbar wurde vor der Schlacht bei Nördlingen eine Zeit lang unterrichtet, bis der Dreißigjährige Krieg dem ein Ende machte. Erst 1689 ist mit Mattheus Kümmerle wieder ein Schulmeister belegt, und um 1700 führt das synodale Schulverzeichnis Bünzwangen als Schulort. Wo damals unterrichtet wurde, ist nicht bekannt – vielleicht in der Werkstatt eines Handwerkers, vielleicht in einer größeren Bauernstube.
Das erste gesicherte Schulhaus steht im Steuerbuch von 1747: ein Gebäude von rund neun mal sieben Metern, errichtet wohl im Jahr zuvor. Wie es darin zuging, ist für 1779 überliefert – ein gestampfter Lehmboden, ein vierzehn Schuh langer alter Tisch, dessen halbe Platte man tiefer gesetzt und zur Sitzbank für die Kinder umfunktioniert hatte, kleine Fenster, die den niederen Raum nur notdürftig erhellten, Fackeln aus dem Schurwald als Beleuchtung und im Winter ein mächtiger runder Tonofen. Am Ostgiebel lag außerdem eine Armenstube. Lange war dieses Schulhaus das einzige Gebäude, das der Gemeinde überhaupt gehörte. Es stand dort, wo heute die Ortsstraße 52 wäre; am 7. Februar 1975 wurde es abgebrochen, weil es weit in die Durchgangsstraße hereinragte.
Weil das alte Gebäude keine soliden Fundamente hatte und sich der von der Schulaufsicht verlangte Keller nicht einbauen ließ, entschied die Gemeinde 1805, neu zu bauen. So entstand 1806 das Gebäude, das heute als Historisches Rathaus in der Ortsstraße 49 steht – ein Haus, in dem Schule und Gemeindeverwaltung zusammenkamen (mehr dazu im Abschnitt Das Historische Rathaus).
Vierzig Jahre später war auch dieses Haus zu klein. Das Evangelische Konsistorium weigerte sich 1846, einen neuen ständigen Lehrer nach Bünzwangen zu schicken, solange die Lehrerwohnung nicht vergrößert sei, und rügte zugleich den Schulraum – die Schülerzahl lag schon über hundert. Gemeinderat und Bürgerausschuss beschlossen daraufhin einen Neubau im Gewann Morgenäcker, der im Mai 1847 fertig wurde: das Haus in der Ortsstraße 63. Von den Handwerkern kam nur einer aus dem Dorf, der Maurer Johannes Borst. Trotz seiner Größe enthielt das Gebäude zunächst nicht mehr als die Schulstube – der vorgesehene Raum für einen zweiten Lehrer blieb im Rohzustand und wurde erst 1930 zum zweiten Schulzimmer ausgebaut. Damit lagen die ersten drei Bünzwanger Schulhäuser alle an der heutigen Ortsstraße, wenige Schritte voneinander entfernt.
In dieser Zeit änderte sich auch das Amt des Lehrers grundlegend. Bis ins 19. Jahrhundert versah der Bünzwanger Schulmeister zugleich den Mesnerdienst, leitete als Kantor den Kirchengesang, spielte die Orgel und bewirtschaftete gemeindeeigene Äcker und Wiesen, weil er einen Teil seiner Besoldung in Naturalien erhielt. Christian Friedrich Pfänder, von 1876 bis 1913 Lehrer im Ort, war der letzte, auf den das zutraf: 1899 wurde der Mesnerdienst per Gesetz vom Schuldienst getrennt.
Das Schulhaus an der Gotenstraße
Nach dem Zweiten Weltkrieg stiegen die Schülerzahlen durch Flüchtlinge und Heimatvertriebene schlagartig. 1947 kam eine zweite Schulstelle hinzu – besetzt bis 1960 von der Lehrerin Margarethe Staiger –, doch die zwei Klassenräume reichten für die 118 Bünzwanger Schüler (Statistik von 1950) nicht mehr aus. Hauptlehrer Willy Schutz notierte, man habe alte Zwei- und Viersitzer von der Bühne holen müssen, um alle unterzubringen; zwischen den Bänken blieb kein Gang mehr, die Kinder mussten über die Bänke steigen, um auf die hinteren Plätze zu gelangen.
Der Neubau in der Brunnhalde stieß im Dorf zunächst auf Kopfschütteln – „Ihr kennet doch an den Hang koi Schulhaus nabaue, des rutscht euch doch da Roi na!“, wie sich ein älterer Bünzwanger in der Festschrift von 2002 erinnert. Gebaut wurde trotzdem, nach Plänen von Regierungsbaumeister Richard Bostel und mit einer stabilen Stützmauer für den Hang. Im Dezember 1951 war Richtfest, am 11. Oktober 1952 wurde eingeweiht. Das Haus bot je einen Schulsaal für Ober- und Unterstufe, einen Handarbeits- und Gemeindesaal, Lehrmittelraum, Lehrerzimmer, Schulküche, einen Brauseraum mit zwei Wannenbädern und zwei Lehrerdienstwohnungen – wegen der damaligen Wohnungsnot. Mit dem Schulhaus wurden zugleich die Weichen für das Wohngebiet rund um die Schule gestellt.
Einiges vom Schulalltag der ersten Jahre ist überliefert: Eine Frau aus dem Dorf kam im Winter zum Anheizen der vier Kachelöfen, die Lehrer räumten den Schnee selbst, weil es keinen Hausmeister gab. Samstags war Badetag im Kellergeschoss. Eine automatische Klingel gab es nicht – nach der Pause stellten sich die Kinder auf ein Zeichen zu zweit auf. Getrunken wurde am Brunnen im Eingangsbereich. Bünzwangen galt früh als Modellschule für das Lesen; im Ort entstand eine eigene Fibel, und Studenten kamen zum Landschulpraktikum ins Dorf. Zum 40-jährigen Bestehen baute die Stadt Ebersbach das Haus 1992 um: Aus den Lehrerwohnungen wurden Mehrzweckraum, Lehrerzimmer und Rektorat.
Zwei Straßennamen erinnern bis heute an die Schule: Die Alemannenstraße hieß im Dorf nur „Schulbuckel“ und war im Winter die Rodelbahn der Kinder, und die Gotenstraße war bis zur Eingemeindung nach Ebersbach schlicht die Schulstraße.
Das Historische Rathaus
Das Gebäude in der Ortsstraße 49 wurde 1806 als Schulhaus gebaut – mit Lehrerdienstwohnung und Landwirtschaft unter einem Dach. Nach dem Rückblick des Stadtarchivs Ebersbach war es dabei von Anfang an auch als Rathaus gedacht: Bis dahin hatte der Bünzwanger Schultheiß seine Amtsgeschäfte im eigenen Privathaus erledigen müssen, dort fanden auch die Ratssitzungen statt. Im neuen Haus wurde das Schulzimmer im Erdgeschoss tagsüber unterrichtet und abends für die Ratsgeschäfte genutzt. Die Lehrerwohnung lag im ersten Stock, im Westen schloss eine Scheuer an, in der Tenne stand die Kuh des Schulmeisters – Landwirtschaft gehörte damals zum Lehreramt. Nördlich des Schulzimmers lagen zwei Kammern, von denen eine ab 1827 lange als Arrestlokal diente.
Bezahlt wurde der Bau zum Teil durch eine Sammlung: In 32 zugewiesenen Gemeinden durfte die Gemeinde Geld sammeln, und Spenden kamen unter anderem vom Kurfürstentum Württemberg, vom Oberamt Göppingen und vom Spital zum Heiligen Geist in Kirchheim, dem Bünzwangen damals noch zehntpflichtig war.
Mit der Fertigstellung des neuen Schulhauses 1846/47 hatte das Haus als Schule ausgedient; die unteren Räume waren fortan der Verwaltung vorbehalten. Die Lehrerwohnung blieb bis 1952 bestehen; danach wohnte bis 1973 der Bünzwanger Bürgermeister darin. Seit dessen Auszug wird das Gebäude nicht mehr bewohnt – nach der Eingemeindung 1975 diente es als Verwaltungsstelle. 1984 wurde im einstigen Schul- und Ratszimmer eine Gedächtnisstätte für den Maler Jakob Grünenwald eingerichtet. Heute ist es ein zweigeschossiger, verputzter Bau mit Satteldach mitten im historischen Ortskern.
Die Dorfgemeinschaft Bünzwangen e. V. arbeitet daran, aus dem Haus wieder einen Ort für alle zu machen – das DorfZentrum.
„Unser Dorf soll schöner werden“
In den Jahren nach der Eingemeindung tat sich im Ortsbild einiges – und das blieb nicht unbemerkt. Beim Kreiswettbewerb zur Dorfverschönerung holte Bünzwangen 1976 einen dritten und 1978 einen ersten Preis. Im Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ folgten 1979 eine Bronzemedaille, 1980 ein erster Preis und 1983 ein Sonderpreis, den Beigeordneter Kurz und Ortsvorsteher Grünenwald in der Karlsruher Schwarzwaldhalle entgegennahmen.