Unser Dorf Bünzwangen

Feste im Jahreslauf, was es im Ort gibt und die Umgebung

Bünzwangen ist älter, als der heutige Ortskern vermuten lässt. 1353 taucht das Dorf zum ersten Mal in einer Urkunde auf – damals unter dem Namen „Binswangen“: das Landstück am Binsengrund. Aus dem Weiler mit einer kleinen Burg an den Weilerwiesen wurde ein Bauern- und Weberdorf, und am 1. Januar 1975 ein Stadtteil von Ebersbach an der Fils.

Wie das im Einzelnen kam – das Ortswappen mit der Pflugschar, die vier Schulhäuser in vier Jahrhunderten, das Historische Rathaus, und warum im Jahr 1637 nur noch acht Menschen hier lebten –, steht auf der Seite Die Geschichte Bünzwangens.

Aus der Geschichte

Bünzwangen 1683, Ortsansicht von Andreas Kieser
Bünzwangen 1683, gezeichnet von Andreas Kieser für das württembergische Forstlagerbuch. Die Beschriftung nennt den Ort „Bintzwangen“. Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart H 107/7 Bd. 5 Bl. 12 – gemeinfrei.

Feste im Jahreslauf

Der neugestaltete Dorfplatz in der Ortsmitte ist der Treffpunkt des Orts. Er liegt neben dem Historischen Rathaus, direkt daneben die Boule-Bahn, auf der sich vor allem im Sommer regelmäßig Menschen aus Bünzwangen und Umgebung treffen. Kurz vor den Sommerferien wird hier der Dorfhock gefeiert. Ebenfalls in der Dorfmitte stellt die Feuerwehrabteilung Bünzwangen jedes Jahr den Maibaum auf. Und jedes Jahr am 1. Advent findet rund um das evangelische Gemeindehaus der Bünzwanger Weihnachtsmarkt statt – das Brot und die Backhausbowle dafür kommen aus dem Backhaus.

Das Backhäusle beim evangelischen Gemeindehaus wurde 2007 von Ehrenamtlichen restauriert. Seither kümmert sich die Backhausgemeinschaft Bünzwangen e. V. um den Betrieb und gibt das Wissen ums traditionelle Backen im Holzofen weiter.

Bünzwangen hat eine Grundschule und den städtischen Kindergarten Sonnenschein, beide in direkter Nachbarschaft zwischen Gotenstraße und Brunnhalde. Weiterführende Schulen liegen im Schulzentrum Raichberg im Nachbarort Sulpach.

Die Grundversorgung im Ort ist überschaubar, aber vorhanden: ein Bäcker an der Ebersbacher Straße, ein Metzgerautomat, der Hofladen des Geflügelhofs mit Eierautomat, ein Geldautomat der Kreissparkasse und ein Friseursalon gegenüber St. Peter und Paul. Eine Bankfiliale gibt es nicht mehr, ebenso wenig einen Arzt oder eine Apotheke; auch das Gasthaus Hirsch, die letzte Wirtschaft im Ort, ist inzwischen geschlossen. Auch ohne Gewerbegebiet sind einige Betriebe hier zu Hause – darunter ein Orgelbauer, eine Fahrrad- und eine Motorradwerkstatt, ein Autohaus und ein Elektrikerbetrieb (Stand 2019).

Für Kinder gibt es drei Spielplätze: in der Hauffstraße im Nordwesten, in der Römerstraße im Norden und im Süden bei der Kleingartensiedlung. Die wichtigste Sportfläche ist das Gelände des Turnvereins im Osten mit Tartanplatz, Flutlicht, Weitsprunganlage und Festwiese.

Welche Vereine und Einrichtungen es in Bünzwangen gibt, steht auf der Seite Vereine & Institutionen im Dorf.

Was es im Dorf gibt

Rund ums Dorf

Dass Bünzwangen überhaupt hier liegt, hat einen geologischen Grund. Der Ort sitzt nicht auf der Voralb, sondern in ihr: in einem Grabenbruch von 60 bis 80 Metern Tiefe, entstanden vor Millionen Jahren und später durch Randabstürze und Schwemmboden wieder weitgehend aufgefüllt. Für die Geologen ist er ein Stück des viele Kilometer langen „Schwäbischen Lineaments“. Für das Dorf war er ein Glücksfall: Die Verwerfung schuf die Voraussetzung für ergiebige Tiefbrunnen. Die Pumpen in Weilerwiese und Gsteig machten die seit Mitte des 18. Jahrhunderts bestehende Wasserleitung aus dem Fehlbronn 1957 beziehungsweise 1965 überflüssig.

Die Markung umfasst 502 Hektar. Ihr höchster Punkt liegt mit 378,8 Metern im Südosten im Gewann „Oberer Wasen“, der tiefste mit 279 Metern dort, wo der Weilerwiesenbach ins Filstal ausläuft. Der alte Dorfkern zwischen Kirche und ehemaliger Burg liegt auf 332 Metern.

Bünzwangen ist von Wald und Streuobstwiesen umgeben. Die Gemarkung grenzt im Norden an die Fils und die parallel verlaufende B 10, im Westen an den Ebersbacher Ortsteil Sulpach, im Osten an Albershausen; nach Süden schließen ausgedehnte Waldflächen an. Die Wälder rund um den Ort sind im Regionalplan als Gebiete für Naturschutz und Landschaftspflege ausgewiesen, große Teile der Gemarkung sind Wasserschutzgebiet. Der Hohe-Reute-Weg gehört zu den beliebtesten Spazierwegen.

Einmal online durchs Dorf

Virtuelle Dorftour

Die Karte zeigt Bünzwangen zweimal. Voreingestellt ist Beide: Die Urkarte von 1828 liegt über der heutigen Karte, mit dem Regler blendest du zwischen den Zeiten hin und her. Umgeschaltet wird oben rechts in der Karte.

1828 zeigt allein die Urkarte der württembergischen Landesvermessung: den kleinen Ortskern, bevor Bünzwangen über die Ortsstraße hinauswuchs, die Streifenflur ringsum und die alten Gewannnamen. Zoome hinein, die Handschrift der Geometer ist lesbar. Eingetragen ist dann nur, was 1828 stand – blau die Häuser und Orte, grün die Flurnamen, die auf dem Blatt selbst zu lesen sind. Manches Haus stand damals schon, hieß aber noch nicht so wie heute: Wo später die „Krone“ ausschenkte, war 1828 das alte Bäckerhaus, und im späteren „Adler“ wohnte noch ein Bauer.

1953 zeigt Bünzwangen auf einem Luftbild aus dem Archiv des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung. Wo heute die Wohngebiete im Westen und an der Römerstraße liegen, waren damals noch Äcker und Streuobstwiesen. Mit dem Regler scheint die heutige Karte durch.

Heute zeigt die Stationen der virtuellen Dorftour.

Historische Flurkarte Württemberg 1:2500, Erstdrucke der württembergischen Landesvermessung 1818–1840. Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, 2026 – dl-de/by-2-0.

Luftbild 1953: Historisches Digitales Orthophoto in Graustufen. Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, 2026 – dl-de/by-2-0.

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